Internationale Situation
Die von den US-amerikanischen Filmgesellschaften produzierten Spielfilme dominieren den internationalen Markt. In großer Zahl werden auch in Indien (siehe auch Bollywood) Spielfilme hergestellt, allerdings überwiegend für den nationalen Markt.
Situation in Deutschland
Zu den Ländern mit einer langen Spielfilmgeschichte gehört auch Deutschland. Aus der Anfangszeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts sind insbesondere Filme von Fritz Lang und Friedrich Wilhelm Murnau zu nennen, die als Vertreter des expressionistischen Films auch auf internationaler Ebene Filmgeschichte geschrieben haben. Während der Zeit des Nationalsozialismus, in der zahlreiche bedeutende Filmregisseure ins Ausland emigrieren mussten, konnte von einer Weltgeltung der deutschen Spielfilmproduktion nicht mehr die Rede sein. An die ruhmreiche Tradition konnte erst viele Jahre später wieder der deutsche Autorenfilm mit Regisseuren wie Volker Schlöndorff, Rainer Werner Fassbinder und Wim Wenders anknüpfen, wenn auch hauptsächlich „nur“ hinsichtlich des Erfolgs bei Filmkritikern und bei der Vergabe von Filmpreisen. Der wirtschaftliche Erfolg war auf internationaler Ebene – auch in den Folgejahren – auf wenige Spielfilmproduktionen wie Das Boot und Lola rennt beschränkt. Im Gegensatz etwa zur Situation in den USA spielen die Fernsehanstalten bei der Produktion von Spielfilmen traditionell eine große Rolle. Dies gilt zum einen für Produktionen, die als Fernsehfilme ausschließlich für die TV-Ausstrahlung hergestellt werden, aber auch für Kinoproduktionen, an denen Fernsehanstalten beteiligt sind.
Unter einem Filmgenre wird eine Gruppe von Filmen verstanden, die unter einem spezifischen Aspekt Gemeinsamkeiten aufweisen. Diese Gemeinsamkeiten können insbesondere in einer bestimmten Erzählform oder Grundstimmung, hinsichtlich des Themas der Handlung oder in historischen oder räumlichen Bezügen bestehen.
Definitionsansätze
Bestandsaufnahmen haben ergeben, dass im Laufe der Zeit mindestens für eine hohe dreistellige Zahl verschiedener Filmgruppen eigene Genrebezeichnungen kreiert worden sind. Dieses Ergebnis ist zu großen Teilen damit zu erklären, dass Filmkritik und Kinowerbung sich häufig auf andere Filme beziehen, und dieses Bedürfnis immer wieder neue Genrebezeichnungen generiert. Eine Tendenz, die dadurch begünstigt wird, dass Filme häufig die Merkmale mehrerer Genres (s. Genresynkretismus) in sich tragen und die jeweiligen Kombinationen gern als neue Genres ausgerufen werden. Diese Vorgehensweise wird nicht von der filmwissenschaftlichen Genretheorie gestützt. Diese definiert einzelne Genres insbesondere über enge Produktionszusammenhänge, ein Repertoire konventionalisierter Formen und ein stabiles Verständnis, das sowohl seitens der Produzenten als auch beim Publikum vorhanden ist.
Wie strittig Definitionsansätze sein können, illustriert das Beispiel des Film noir, bei dem sich die Filmwissenschaftler nicht einig sind, ob von einem Filmgenre oder einer Stilrichtung gesprochen werden sollte.
Herausbildung des Filmgenrebegriffs
Die Herausbildung des Filmgenrebegriffs ging in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts einher mit der zunehmenden Bedeutung des Films als Wirtschaftsfaktor. Angelehnt an Genredefinitionen, die im 19. Jahrhundert für einzelne Sparten massenhaft produzierter Unterhaltungsliteratur (s. Trivialliteratur) entwickelt worden waren, ging die Filmindustrie zunehmend dazu über, Handlungen, Sujets, Stimmungen, Erzählformen und andere Einflussfaktoren zu schematisieren. Ähnlich gelagerte Produktionen wurden mit Genrebezeichnungen etikettiert, deren vorrangige Funktion darin bestand, Marketingbotschaften an die Erwartungshaltungen des Publikums zu senden. Dies insbesondere dann, wenn sich ein vorheriger Film als kommerziell einträglich erwiesen hatte und mit weiteren Produktionen nach dem entsprechenden Strickmuster an diesen Erfolg angeknüpft werden sollte. Zum einen entwickelten sich Filmgenres damit auch zu mehr oder minder verlässlichen Kalkulationsfaktoren. Insbesondere im Studiosystem des damals bereits führenden Filmlandes USA bildeten sich in den 1920er und 1930er Jahren außerdem Production Units heraus, die jeweils auf die Herstellung von Filmen eines bestimmten Genres spezialisiert waren. Hauptsächlich repräsentierten Western, Komödien, Gangsterfilme und Horrorfilme in dieser Zeit die ersten abgegrenzten Filmgenres. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang aber auch Musikfilme, die zu Beginn der Tonfilmära ein erfolgreiches eigenständiges Genre bildeten, sowie Produktionen, deren Sujet eine Liebesbeziehung war und die unbedingt mit einem Happy End ausgehen mussten. Als feste Größe etablierte sich der Genrefilm spätestens im Zeitraum von 1930 bis 1950. Im US-Studiosystem manifestierte er sich unter anderem in Gestalt der B-Filme, die jeweils ein bestimmtes Genre bedienten, mit dem das Publikum klar umrissene Erwartungen verband.
Die Begriffe Filmwirtschaft und Filmindustrie bezeichnen jenen Wirtschaftszweig, der sich mit der Herstellung, Vervielfältigung und der Verbreitung von Kino-, Fernseh- und anderen Filmen beschäftigt. Dies schließt Unternehmen wie Filmproduktionsgesellschaften und Filmverleiher mit ein.
Der Begriff Filmindustrie ist inhaltlich eigentlich falsch, da es sich nicht oder nur zu geringen Teilen um Industrie handelt. Er hat seinen Ursprung in dem englischen falschen Freund film industry, der korrekt übersetzt Filmbranche heißt. Dennoch wird er häufiger verwendet als die inhaltlich passenderen Begriffe Filmwirtschaft oder Filmbranche.
Produktion
Hauptartikel: Filmproduktion
Filmherstellung ist sehr kostspielig und beschäftigt in der Drehvor- und Nachbereitung Dutzende von Mitwirkenden. Während der Dreharbeiten sind zwischen fünf (Nachwuchs- oder Reportageproduktion) und hundert Menschen (Erzählkino) am Werk. Bedeutend ist daher die Frage der Filmfinanzierung. Weltweit wurden im Jahr 2005 4603 Spielfilme hergestellt, die meisten davon in Indien, gefolgt von den Vereinigten Staaten.
Filmverleih und -vertrieb [Bearbeiten]
In den Industrienationen bzw. der westlichen Welt wird der Filmverleih- und -vertrieb zumeist von US-amerikanischen Unternehmen dominiert. Diese konnten vom Ersten Weltkriege an mit Hilfe des großen amerikanischen Marktes eine gewinnbringende Struktur von der Herstellung bis zu Vertrieb und Vermarktung aufbauen. Der in viele Länder und Sprachen aufgeteilte, sowie von zwei Weltkriegen durchrüttelte europäische Markt verfügt hingegen über eine kleinteilige Struktur aus zahlreichen Unternehmen in Herstellung und Vertrieb. Daher sind europäische Filmproduktionen zumeist von staatlichen Förderungen abhängig, während die auf Massengeschmack ausgerichteten US-Unternehmen bereits auf dem Heimmarkt die Produktionskosten einspielen können.
Kinos und Besuche
Hauptartikel: Kino
In der EU wurden 2004 rund 1 Milliarde Kinokarten verkauft. Die meisten Kinobesuche verzeichnete Frankreich mit rund 195 Millionen Besuchen. Das an Einwohnern reichste europäische Land, Deutschland, verzeichnete mit 156,7 Millionen Besuchen die zweithöchste Besucherzahl. 2005 gingen die Besucherzahlen jedoch wieder zurück.
Je nach staatlichen Förderungen und Gesetzen verzeichnen nationale Produktionen in Europa zwischen 1,7 % (Belgien) und 38,4 % (Frankreich) der Besuche. Europaweit gesehen entfallen rund 25 % aller Kinobesuche auf europäische Filmproduktionen, 60 % auf amerikanische.[1] Im Jahre 2006 hatten deutsche Filme im eigenen Land einen Marktanteil von 25,8%.